Aktuelles zur Grundsteuer-Reform

Bundesfinanzministerium legt zwei Modelle vor

Das Bundesfinanzministerium hat Ende November 2018 zwei Modelle für die Reform der Grundsteuer vorgelegt.  Dies war notwendig, weil das Bundesverfassungsgericht wegen veralteter Bemessungsgrundlagen bei der Berechnung der Steuer eine Reform verlangt. Bis Ende 2019 hat der Gesetzgeber nun Zeit Neuregelungen umzusetzen.

Zwei Modelle stehen aktuell zur Diskussion. Das eine Modell sieht die wertbasierte Berechnung nach den folgenden Grundsätzen vor:

  • Fläche der Wohnung
  • Alter der Wohnung
  • Höhe der Miete
  • Grundstücksfläche
  • Bodenrichtwert

Diese Variante ist nicht nur schwierig und aufwendig in der Umsetzung, sondern auch bei den einzelnen Wertansätzen streitanfällig. Außerdem würde dieses Modell neue Wohnungen wesentlich stärker belasten als Altbauten und könnte Neubauaktivitäten bremsen.

Das zweite Modell sieht eine Berechnung der Grundsteuer im sogenannten „Flächenmodell“ vor. Hierbei werden folgende Parameter berücksichtigt:

  • Grundstücksfläche
  • Wohnfläche
  • Nutzfläche

Das ifo-Institut hat in einer Studie dieses Modell empfohlen, da es auf Grund bereits vorliegender Daten für 35 Mio. Grundstücke in der vom Bundesverfassungsgericht vorgegebenen Zeit bis Ende 2024 umsetzbar wäre. Zudem treffe das Flächenmodell den Kern der Grundsteuer als Objektsteuer.

Eine Entscheidung zur Reform der Grundsteuer könnte im Januar 2019 fallen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat seine Länderkollegen für den 14. Januar 2019 zu einem nächsten Spitzentreffen in Berlin eingeladen. Wir halten Sie zur Reform weiter auf dem Laufenden.

Die Forderungen der Immobilienwirtschaft zur Reform der Grundsteuer hat der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e. V., Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, in einem Thesenpapier zusammengefasst und auf seiner Website veröffentlicht.

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Hannes Wendt

Manager | Sachverständiger für Grundstücksbewertung

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