Mit Teamplayern zur Transaktion

Interview der Karrierzeitschrift für Juristen "justament" mit Rechtsanwalt Nils Neuwerth über interdisziplinäre Beratung bei M&A-Projekten

Herr Neuwerth, die Trinavis GmbH & Co KG ist eine mittelständische Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft in Berlin. Wie oft haben Sie mit M&A zu tun?

Immer mehr, wie wir in den letzten Jahren festgestellt haben. Das liegt nicht zuletzt auch an unserem interdisziplinären Beratungsansatz. Dabei arbeiten erfahrene Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte in gemischten Teams eng zusammen.

Was ist aus Ihrer Sicht entscheidend für eine erfolgreiche Beratung?

Bei Unternehmenstransaktionen steht vor allem das wirtschaftliche Ergebnis im Vordergrund. Gleichwohl müssen alle Beteiligten darauf achten, den sichersten Weg zu gehen. Allerdings lassen sich Risiken häufig nur dann erkennen, wenn man über den Tellerrand schaut und sowohl die Zielgesellschaft als auch die gesamte Unternehmenstransaktion von verschiedenen Perspektiven aus betrachtet. Dafür ist ein eingespieltes Team aus den drei Berufsgruppen ideal. Zumal das Team auch nach dem Vollzug der Unternehmenstransaktion weiterhin eng zusammenarbeitet, wenn beispielsweise der Kaufpreis aufgrund von Garantieverletzungen oder unterschiedlicher Bewertungsansätze in den Abrechnungsbilanzen angepasst werden muss. Diese umfassende Beratung aus einer Hand schätzen nicht nur unsere überwiegend mittelständischen Mandanten. Gerade auch für unsere international tätigen oder gar im Ausland ansässigen Mandanten ist es wichtig einen Ansprechpartner zu haben, bei dem alle Fäden zusammenlaufen.

Sie haben die Vorteile einer interdisziplinären Beratung aufgezeigt. Gibt es auch Nachteile?

Ja, allerdings nicht für die Mandanten, sondern für uns als mittelständische Berater. So ist es schwierig, talentierte Juristen zu rekrutieren, da die Hochschulabsolventen oft nur die großen, bekannten Kanzleien und Beratungshäuser im Blick haben.

Was hat Sie als Rechtsanwalt daran gereizt, in einer interdisziplinären Gesellschaft zu arbeiten?

Für mich stand schon während des Studiums fest, dass ich eher beraten und gestalten wollte, als forensisch tätig zu werden und bereits verwirklichte Sachverhalte prozessual zu klären.
Heute gehören zu meinen Aufgaben nicht nur die Vertragsgestaltung, sondern auch anspruchsvolle juristische Überlegungen, etwa bei der Frage nach der geeigneten Rechtsform eines Unternehmens unter haftungsrechtlichen und insbesondere steuerlichen Gesichtspunkten. Eine besonders interessante Tätigkeit, die im Studium leider zu kurz kommt, ist neben der Vertragsgestaltung vor allem die Begleitung unserer Mandanten bei Vertragsverhandlungen. Dabei ist nicht nur juristisches Handwerk gefragt, ebenso wichtig sind Taktik und Strategie.

Ist Ihre Gesellschaft eher für Spezialisten oder für Generalisten geeignet?

Für beide. In unserem Hause müssen sich Berufsanfänger nicht gleich spezialisieren, sondern können zunächst verschiedene Bereiche kennenlernen. Unter unseren 180 Mitarbeitern hier in Berlin finden Sie Spezialisten, die jeweils unterschiedliche Bereiche wie Jahresabschlussprüfung, Unternehmenssteuerrecht, Unternehmensbewertung oder einzelne Steuerarten (etwa Grunderwerbsteuer oder Umsatzsteuer) betreuen und die Interessen unserer Mandanten gegenüber dem Finanzamt und in finanzgerichtlichen Verfahren durchsetzen. Sie finden aber auch Generalisten, die übergreifend tätig sind und die Schnittstellen zwischen den einzelnen Bereichen abdecken.

Welche Voraussetzungen sollten Berufsanfänger in Ihrer Gesellschaft erfüllen?

Neben hervorragenden Examina und guten Englischkenntnissen sollten Juristen vor allem ein Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen mitbringen. Außerdem ist die Bereitschaft erforderlich, zusätzlich das Steuerberaterexamen und – wenn man sich für diesen Bereich entscheidet – auch das Wirtschaftsprüferexamen abzulegen.

Das Interview führte Vanessa de l’Or.

Ihre Ansprechpartner

Nils Neuwerth
Rechtsanwalt
nils.neuwerth(at)trinavis.com
Telefon: +49 30 89 04 82-0